Sprechergagen Games

Browser - und Konsolenspiele

Gagenmodelle bei Games

Ursprünglich hat sich die Gagenberechnung im Bereich Games an dem Synchrongagenmodell mit einer Grund- und einer Takegage orientiert. Im Laufe der Jahre wurde das Gagenmodell jedoch von Auftraggeberseite auf eine Stundenpauschale (Arbeitsstunden im Studio) umgestellt. Dabei wird die erste angefangene Stunde einer Session (im Sinne der Synchron-Grundgage) meist höher angesetzt als nachfolgende Stunden.

Die Abrechnung nach Stundenpauschalen ist in diesem Bereich mittlerweile gängige Praxis.


Gagenstandards Games

Mindestgage für Games mit kleiner Reichweite / Budget
Erste angefangene Studiostunde 150 Euro
angefangene Folgestunde 100 Euro
Gehobene Gage für Games mit großer Reichweite / Budget
Erste angefangene Studiostunde 350 Euro
angefangene Folgestunde 350 Euro

Für die Berechnung der Sprechergagen im Bereich Games hat sich keine allgemein anerkannte, offizielle Gagenliste durchgesetzt.
Die hier dargestellten Gagen haben sich im Laufe der Jahre als Branchenstandards etabliert und können somit als eine gute und praxisnahe Orientierungshilfe für die Gagenberechnung gesehen werden.
Wie in allen frei verhandelbaren Märkten, wird auch in diesem Bereich mitunter von Auftraggeberseite versucht, das Sprecherleistungen günstiger zu einzukaufen (z.B. durch eine Teilvergüten angebrochener Stunden oder durch reduzierte Stundenpauschalen etc.). Da der Bereich Games allerdings ohnehin ein sehr niedriges Gagenniveau aufweist, muss jede Sprecherin und jeder Sprecher für sich entscheiden, wie groß die Bereitschaft ist, von den hier dargestellten und in der Praxis etablierten Standards abzuweichen.

Größe und Reichweite des Games

Manche Games erscheinen als kleine Spiele ohne große Werbekampagnen, mitunter nur für als Browsergame angeboten. Andere hingegen werden mit Budges hergestellt und beworben, in der Größenordnung von Hollywood-Blockbustern und höher stattfinden und erreichen über alle möglichen Plattformen und Konsolen ein sehr umfangreiches Publikum.

Um eine angemessene Sprechergage zu ermitteln, ist es erforderlich, die "Größe des Games" bzw. den Umfang der Auswertung einordnen zu können. Somit erklären sich auch die großen Unterschiede der verschiedenen Sprechergagen in diesem Bereich.

Berechnung nach Synchrongagen

Noch immer rechnen einige Sprecher und Studios auch im Bereich Games nach dem Synchrongagenmodell (Grundgage und Takegage) ab. Dabei ist eine Gage von 60/3 (60 Euro Grundgage + 3 Euro pro Take) ein realistischer Richtwert für die Mindestgage.

Bei dieser Vereinbarung sollte darauf geachtet werden, dass die Gesamtgage nach Umrechnung letztlich nicht unterhalb der des Stundengagenmodells liegt. Das ist bei realistischen 30 bis 35 Takes pro Stunde (Synchron) in etwa der Fall. Zu beachten ist dabei jedoch, dass die Takelänge vom Auftraggeber nicht überstrapaziert wird (grober Richtwert Takelänge: ca. 6 Sekunden bzw. 12 Wörter).

Synchron oder Lines?

Beim Einsprechen von Games unterscheidet man zwischen Synchrontakes und sogenannten 'Lines'.

Synchrontakes werden von Sprecher:innen (wie auch bei der klassischen Film- und Seriensynchronisation) auf die Lippen der Spielfiguren im On gelegt. Sprechen Sprecher:innen Spielfiguren im Off (nicht lippensynchron), spricht man von 'Lines'. Diese sind deutlich einfacher und vor allem schneller einzusprechen. Mehr Takes pro Stunde sind möglich. Viele Sprecher verhandeln hierfür ganz individuell ihre Gage - je nach Anforderung und Aufwand.

Nur Sprechen oder mehr?

Zusätzlich kommt es beim Einsprechen von Games mitunter vor, dass die Mimik des Sprechers/Schauspielers durch Kameras oder Sensoren für die spätere Figurenanimation aufgezeichnet wird. In diesem Fall müssen individuelle Preise verhandelt werden, die üblicherweise deutlich über den hier aufgeführten Gagen liegen. In solchen Fällen wenden viele Kollegen ihre Schauspiel-Tagespauschalen als Mindestsatz an.

Verwertungsrechte

Wenn nicht anders verhandelt, wird mit der Games-Sprechergage - wie auch beim Synchronsprechen - häufig ein 'Total Buyout' abgegolten. Das heißt, dass mit Bezahlung der Gage alle Rechte an den Sprachaufnahmen uneingeschränkt an den Auftraggeber übertragen werden.

Sollte ein Sprecher bzw. eine Sprecherin jedoch für Werbemaßnahmen (z.B. Werbespot, Werbetrailer) eines Games beauftragt werden, gelten die klassischen Werbegagen zur Orientierung.