SPRECHERGAGEN
WERBUNG - Verwertungen erweitern

Der Grundpreis eines Motivs beinhaltet meistens klar definierte Verwertungsrechte (z.B. 'TV-Spot national' beinhaltet das Verwertungsrecht: Medium: TV / 1 Jahr / 1 Land). Häufig sollen Spots aber umfassender verwertet werden. Hierfür können zusätzliche Verwertungsrechte einzeln dazu verkauft/erworben werden.

Folgende Mindestagen werden von den etablierten Gagenlisten GDS & GDS-VDS empfohlen:


Einzelpreise

Ein weiteres Jahr (Folgejahr) Nachgage 100% des Originalpreises
Ein weiteres Territorium (z.B. Österreich oder Schweiz) Nachgage 100% des Originalpreises
Ein weiteres Medium (z.B. Internet) Nachgage 100% des Originalpreises
Eine weiteres Motiv (z.B. Cutdown oder Textvariante) Nachgage 100% des Originalpreises


Unbegrenzte Nutzung eines Motivs
zeitlich und/oder territorial

Da der Umfang der Verwertung eines Werbespots der Hauptfaktor für die Höhe der Sprechergage ist, werden uneingeschränkte Nutzungen (zeitlich und/oder territorial) preislich eher gehoben angesetzt.
Die GDS empfiehlt dafür folgende Gagenberechnungen pro Motiv:

Zeitlich unbegrenzte Nutzung
(3-fache Originalgage)
TV Spot
Paket TV-Spot plus
Paket Internet-Spot plus
Paket TV-Internet-Spot plus
Paket Allmedia-Spot Plus
national
national
national
national
national
1.800 Euro
4.800 Euro
4.800 Euro
6.300 Euro
9.000 Euro
Räumlich unbegrenzte (weltweite) Nutzung
(4-fache Originalgage)
TV Spot
Paket TV-Spot plus
Paket Internet-Spot plus
Paket TV-Internet-Spot plus
Paket Allmedia-Spot Plus
1 Jahr
1 Jahr
1 Jahr
1 Jahr
1 Jahr
2.400 Euro
6.400 Euro
6.400 Euro
8.400 Euro
12.000 Euro
Zeitlich & räumlich unbegrenzte Nutzung
(12-fache Originalgage)
TV Spot
Paket TV-Spot plus
Paket Internet-Spot plus
Paket TV-Internet-Spot plus
Paket Allmedia-Spot Plus
7.200 Euro
19.200 Euro
19.200 Euro
25.200 Euro
36.000 Euro

Netto-Preise pro Motiv bzw. Paket. Ein Motiv ist eine Text- oder eine Bildvariante.
Unsere Rechenbeispiele verdeutlichen, wie die Preise in der Praxis angewendet werden.



Motiv-unabhängige unbegrenzte Nutzung der Aufnahmen
"Total Buyout"

Die GDS spricht keine "Total Buyout" Gagenempfehlung aus. 

Sprachaufnahmen, die im Sinne eines "echten Total Buyouts" uneingeschränkt und unbegrenzt genutzt werden können, sind eigentlich nicht zu kalkulieren, da der Umfang der Auswertung nicht bekannt ist.

Es ist verständlich, dass Auftraggeber mitunter bei einem hohen und vielleicht noch nicht ganz zu überschauenden Verwertungsumfang der Sprachaufnahmen lieber einen "Total-Buyout-Festpreis" mit dem Sprecher vereinbaren möchte, mit dem alle Rechte für alle denkbaren Auswertungsmöglichkeiten abgegolten sind, statt jeweils einzelne Lizenzen zu erwerben. Der Sprecher sollte sich bewusst sein, dass der Auftraggeber bei einem Total-Buyout die Aufnahmen auch entsprechend auswerten wird; zumindest die Möglichkeit dazu erwirbt. Daher ist jeder Fall nach Maßgabe der Texte und den daraus resultierenden Verwertungsmöglichkeiten gesondert zu betrachten.

Im für den Sprecher nachteiligsten Falle kann aus den Aufnahmen oder auch nur aus Teilen davon (z.B. nach dem Baukastenprinzip oder beim Sprechen von Disclaimern oder Claims) eine unbegrenzt hohe Anzahl an Motiven hergestellt werden, die in allen Medien, territorial und zeitlich uneingeschränkt ausgewertet werden könnten.

Sollten Sprecher und Auftraggeber trotzdem einen solchen Festpreis vereinbaren wollen, sollte dieser sehr gehoben angesetzt werden, da die Summe der Einzelpreise aller Motive und ihrer jeweiligen Auswertungen die alternative Gage wäre.

Eine eventuelle Exklusivität ist bei einer solchen Anfrage indes nicht automatisch mit inbegriffen, sondern gesondert zu bewerten und richtet sich nach dem genauen Anspruch und Umfang der Exklusivität.

Die Kategorie "Sprachsynthese & Text To Speech" zeigt recht sinnvolle Bewertungsgrundlagen und Maßstäbe für eine Kalkulation solcher Anfragen, da sie in Auswertungsfragen verwandt ist.