SPRECHERGAGEN
REDAKTIONELLE INHALTE

Dieser Punkt umfasst das Sprechen redaktioneller Formate wie:
- Dokumentarfilme
- Reportagen
- Magazinbeiträge etc.


Empfehlung1 nach VDS-Gagenliste

HAUPTSPRECHER (Kommentar- Off-Sprecher) 10 bis 18 Euro pro Netto-Sendeminute
NEBENSPRECHER (OverVoices) 50% bis 100% der Hauptsprechergage
Mindestgage pro Sprecher pro Sendung 150 Euro
SONDERFALL:
Bündelung div. OverVoices für mehrere Spartensender-Sendungen

ab 180 Euro Stundenpauschale


Die VDS-Gagenliste spricht bei ihrer Empfehlung explizit von einer sogenannten ′Spanne von Mindestgagen′, definiert dadurch bewusst keine Obergrenzen und erklärt, dass nicht wenige Sprecher ihre Gagen auch darüber hinaus gestalten.


Hauptsprecher oder Nebensprecher

Es ist zwischen Haupt- und Nebensprechern zu unterscheiden. Üblicherweise gibt es pro Sendung einen Hauptsprecher, der als Kommentarstimme (auch Off-Stimme oder Erzähler genannt) durch die Produktion führt; und mehrere Nebensprecher, die nach dem OverVoice Prinzip (auch VoiceOver genannt) die übersetzten Stimmen diverser O-Töne einsprechen. Da der Hauptsprecher meistens den höchsten Sprachanteil liefert und die Produktion maßgeblich prägt, sollte er am höchsten honoriert werden. Die Gage der Nebensprecher sollte sich am Umfang der Hauptsprecher-Gage orientieren, nicht aber unter 50% dieser liegen.

Bei der Berechnung der Gagenhöhe gilt sowohl für Haupt- sowie Nebensprecher eine Mindestbetrag von 150 Euro, der (im Sinne einer Grundgage) nicht unterschritten werden sollte.


Berechnung nach Netto-Sendeminute

Redaktionelle Gagen berechnen sich grundsätzlich auf Basis der Gesamtlänge der jeweiligen Sendung (Netto-Sendeminuten) unabhängig vom Umfang des Sprechertextes innerhalb der Sendung.
Der Begriff ′Netto-Sendeminute′ definiert die Länge der Sendung abzüglich der darin ausgestrahlten Werbeblöcke, Station-IDs oder sonstiger sendungsfremder Teile.


Gebündeltes Einsprechen diverser OverOvoices für mehrere Sendungen

Heutzutage ist es in einigen Studios gängige Praxis, dass Sprecher in einer Aufnahme-Session OverVoices für mehrere Sendungen für Spartensender gebündelt einsprechen. In diesem Sonderfall wird die gängige Berechnung nach Netto-Sendeminuten durch eine individuell zu verhandelnde Stundenpauschale ersetzt. Die VDS-Gagenliste empfiehlt, dafür mindestens 180 Euro pro angefangene Stunde anzusetzen.


Nutzungsrechte

Bei redaktionellen Aufträgen deckt die Sprechergage üblicherweise alle zur Auswertung der Produktion benötigen Nutzungsrechte ab. Dennoch kann es vor allem bei umfangreicheren Auswertungskonzepten sinnvoll sein, diesen Aspekt bei der Ermittlung der Sprechergage als preisbeeinflussenden Faktor miteinzubeziehen.


Preisbeeinflussende Faktoren

Folgende Faktoren sollten innerhalb der Preisspanne bei der Ermittlung der Sprechergage berücksichtigt werden:

  • Einzelstück oder regelmäßige Aufträge
    (Mindestgarantien rechtfertigen einen günstigerer Minutenpreis
  • Umfang der Produktion
    (Längere Sendungen können pro Minute etwas günstiger angesetzt werden)
  • Produktion für Sparten- oder Hauptsender
  • Produktion für PrimeTime- oder Neben-Slot
  • Überdurchschnittlich umfangreiche Auswertungskonzepte der Sendung

Beispiele

Quelle: VDS-Gagenliste

  • Für ein extern für das ZDF produziertes 45-minütiges dokumentarisches Einzelstück, ist eine Sprechergage von 800 Euro für den Hauptsprecher durchaus üblich.
  • Eine 45-minütige Daily eines Spartensenders kann wegen der entsprechenden Pro- duktions-Menge (5 Folgen pro Woche bei 2-3 Sendungen pro Aufnahme-Session) mit 450 Euro fair angesetzt sein.
  • Ein Nebensprecher, der in einer Stunde für 3 unterschiedliche Spartensender-Sendungen diverse kleinere OverVoices liefert, kann mit einer Stundenpauschale von mindestens 180 Euro einen möglichen Kompromiss anbieten.

Zu unterscheiden sind redaktionelle Inhalte von Werbung, Imagefilmen oder On-Air-Promotion-Inhalten.

1Diese Empfehlung für redaktionelle Inhalte hat der Verband Deutscher Sprecher (VDS) 2020 erstmals in seiner VDS-Gagenliste aufgeführt. Die Empfehlung wurde von der GDS übernommen.

Downloads und Links:

Unter den folgenden Links können die Original-Preislisten in der jeweils aktuellen Version als PDF heruntergeladen werden.

Die Gagenliste Deutscher Sprecher (GDS) und die in nur wenigen Punkten abweichende VDS-Gagenliste (vom Verband Deutscher Sprecher) werden kontinuierlich weiterentwickelt und haben sich über die Jahre als Gagenstandard für die Sprechergagenkalkulation etabliert. Weitere Informationen zu den Gagenlisten und wie sie zustande gekommen sind, erklären wir unter Wissenswertes.